60 Jahre Wiederaufbau

Festrede anlässlich 60 Jahre Wiederaufbau Schlosskirche Pforzheim

Sehr geehrten Damen und Herren,
wenn ich heute Abend hier in der St.-Michaels-Kirche vor Ihnen stehe, schlägt mir das Herz tatsächlich ein
bisschen höher und schneller als sonst! In dieser Kirche verdichten sich so viel Geschichte, soviel Leid, aber
auch so viel Freude, dass man sich als Festredner die Frage stellt: Wie kann man einem solchen Ort gerecht
werden? Natürlich muss ich Ihnen als Pforzheimer nicht die Geschichte Ihrer Schlosskirche nacherzählen.
Welche Bedeutung die Stadtbevölkerung der Schlosskirche beimaß und beimisst, zeigt sich an der
ungeheuren Entschluss- und Tatkraft, mit der man den Wiederaufbau Ihrer/unserer Kirche schon kurz nach
dem Ende des Zweiten Weltkrieges angegangen ist.
Schon damals hat man die Schlosskirche als „steinernes Geschichtsbuch“ der Stadt bezeichnet. Ihr fast
vollständiger Verlust hat den Identitätskern Pforzheims existentiell betroffen. Anders gesagt: Man konnte
sich ein Weiterleben der Stadt, man wollte sich die Zukunft Pforzheims ohne das wichtigste Baudenkmal
seiner Geschichte nicht vorstellen.
Wenn wir uns umschauen, sehen wir, wie berechtigt, wie vorausschauend diese Haltung war: Die
Schlosskirche ist das wichtigste Verbindungselement zur baulichen Vorkriegsgeschichte Pforzheims.
Die St.-Michaels-Kirche ist aber nicht nur historisches Architekturmonument. Sie ist genauso wichtig als
Zentrum einer lebendigen Gemeinde, der Sie, liebe Frau Reisner-Baral, als Pfarrerin vorstehen. Unser
Festanlass heute Abend zeigt in aller Deutlichkeit: Der Wiederaufbau der Schlosskirche war keinesfalls nur
eindimensional die Rettung eines historischen Denkmals. Nein: In ihm verbinden sich in glücklicher Weise
Geschichte, Identität und Zukunft, oder programmatisch formuliert: bedeutende Vergangenheit, lebendige
Gegenwart und hoffnungsfrohe Zukunft!
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind die richtigen Stichwörter, um mit Ihnen einigen persönliche
Gedanken zu teilen, die ich mit der Pforzheimer Schlosskirche und ihrem Wiederaufbau verbinde.
Lassen Sie uns erst einmal in die Vergangenheit eintauchen, in die Vergangenheit der Stadt und in die
Vergangenheit meiner Familie. Tatsächlich ist für mich Pforzheimer Geschichte immer auch und untrennbar
Geschichte meiner Familie. Wir sind hier auf dem Schlossberg. Hier befand sich seit dem späten Mittelalter
die Residenz meiner Vorfahren. Die Schlosskirche war Hofkirche. Bis die markgräfliche Residenz nach
Durlach verlegt wurde und aus der Linie Baden-Pforzheim die Linie Baden-Durlach wurde. Zur Residenz
gehörten außerdem die berühmte Lateinschule und der Gelehrtenstift: Ein theologischer Think-Tank, aus
dem in der Mitte des 15. Jahrhunderts der Startschuss für Humanismus und Reformation in der
Markgrafschaft Baden-Durlach erfolgte. Es war Markgraf Karl II., ein direkter Vorfahr von mir, der die
Reformation in seinem badischen Landesteil eingeführt hat. Insofern feiern wir heute nicht nur den
Wiederaufbau der Schlosskirche. Wir können eben gleichzeitig einen Bezug zum diesjährigen 500sten
Reformationsjubiläum herstellen, auch wenn wir hier in Baden, genau genommen, in diesem Jahr 461 Jahre
Reformation begehen. Vor elf Jahren bin ich hier gestanden, um das 450. Jubiläum der Einführung der
Reformation in Baden zu begehen.
Seit der Einführung der Reformation war jeder Chef des Hauses Baden-Durlach in Personalunion oberster
Repräsentant unserer Landeskirche sowie die Königin von England zugleich das Haupt der Church of
England ist. Dieser Rang ist mit der Novemberrevolution von 1918 und dem Verzicht meiner Familie auf
den Thron Badens obsolet geworden. Unbestreitbar ist aber: Die Einführung der Reformation hatte in Baden
und bis heute tiefgreifende strukturelle, geistesgeschichtliche und auch wirtschaftliche Konsequenzen. Eine
ganz konkrete Folge ist jedoch, dass wir mit dem sechzigsten Jubiläum des Wiederaufbaus der Schlosskirche
zugleich den Wiederaufbau der ersten und ältesten protestantischen Kirche Badens feiern!
Der Entschluss, die Schlosskirche wieder erstehen zu lassen, ist für meine Familie, für mich, wie Sie sich
vorstellen können, auch aus einem anderen Grund von größter Bedeutung. Mit der Zerstörung der
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Schlosskirche in jener unseligen Februarnacht des letzten Kriegsjahres erfolgte zugleich die Zertrümmerung
des Hauses, in dem viele meiner Ahnen ihre letzte Ruhe gefunden hatte.
Markgraf Ernst hatte den Stiftschor mit den beiden Grufträumen zur Grablege der badischen Markgrafen und
ihrer Familienmitglieder bestimmt. In der Folge diente die Schlosskirche über 300 Jahre als letzte Ruhestätte
meiner Vorfahren.
Mehr als 60 Angehörige unseres Hauses, darunter acht regierende Fürsten, sind hier bestattet worden. Die
sogenannte „Tumba“ im Zentrum des Chores, das Grabmal eben jenes Markgrafen Ernst und seiner 1538
verstorbenen Gemahlin Ursula, ist das älteste Grabmonument. Als letzte wurde im Jahr 1860 die
Großherzogin Stephanie, eine Adoptivtochter Napoléons, beigesetzt. Diese letzte Bestattung zeigt im
Übrigen unsere typisch badische Konfessionstoleranz, denn Stéphanie war (und blieb) katholisch. Sie wurde
aber selbstverständlich im Kreis Ihrer Familie bestattet, ihre katholische Herkunft war kein
Ausschlusskriterium!
Diese Familiengruft, deren Wiederherstellung durch das Land Baden-Württemberg wir hier vor elf Jahren
festlich begehen durften, ist ohne Zweifel ein historisches Monument unserer aller gemeinsamen Geschichte,
nicht nur der Geschichte meiner Familie, sondern auch der Stadt- und Landesgeschichte: Ein jeder
Protagonist des badischen Hauses hier in der Gruft könnte für einen historischen Markstein, für ein
bedeutendes geschichtliches Ereignis stehen, das seinen Zeugen im Krieg verloren hat:
- Markgraf Ernst, der Zeitgenosse Reuchlins, für den Humanismus.
- Karl. II für die Reformation.
- Für die Verbindung zur neuen badischen Residenz in Karlsruhe steht Karl Wilhelm, der sein Herz bei den
Ahnen in Pforzheim bestattet wissen wollte.
- Carl Friedrich als symbolische Gründerfigur für das ehemalige Großherzogtum und Begründer der
Goldstadt Pforzheim, deren 250jähriges Jubiläum wir in diesem Jahr so großartig feiern dürfen.
- Und Großherzog Karl für die erste Verfassung und als Förderer der Industrialisierung in Pforzheim.
- Die zu früh verstorbenen Kinder meiner Vorfahren in ihren kleinen Särgen sind die Paten für die vielen
Mütter, Kinder und andere unschuldige Opfer der Geschichte, deren Namen wir nicht kennen, die aber in
gleichem Maße wichtig waren für die Menschen und das Leben in dieser Stadt.
In meiner Familie war man sich der Bedeutung der verstorbenen Ahnen immer bewusst:
Selbst 300 Jahre nach der Verlegung der Residenz nach Durlach und später nach Karlsruhe bestattete sie ihre
Verstorbenen weiterhin hier in der Schlosskirche. Ich habe es vor vielen Jahren hier an gleicher Stelle schon
einmal gesagt:
Hier in Ihrer Stadt liegt unser Herz begraben - sowohl symbolisch als auch tatsächlich: Markgraf Karl
Wilhelm, der Stadtgründer Karlsruhes, ließ zwar seinen Leib in der neuen Residenz zur Ruhe legen, sein
Herz aber, und darauf legte er Wert, sollte im Kreis der Vorfahren in Pforzheim ruhen.
Schauen wir auf die Schlosskirche, auf die Gruft, schauen wir auf die Verstorbenen, auf die Ereignisse, die
wir mit ihren Namen verbinden, wird deutlich: Wenn wir hier das sechzigste Jubiläum des Wiederaufbaus
der Schlosskirche begehen, geht es nicht nur akademisch-historisch um Familiengeschichte, um
Stadtgeschichte oder um die Geschichte unseres Landes - es geht letztlich um unsere Identität, es geht
darum, sich dieser Identität bewusst zu werden, um daraus fruchtbaren Nutzen für eine lebenswerte
Gegenwart und eine hoffnungsfrohe Zukunft zu ziehen: Wenn wir wissen wollen, wohin wir gehen, sollten
wir wissen, woher wir kommen.
Der Wiederaufbau der Schlosskirche besitzt deshalb auf einer ganz generellen Ebene Relevanz: Indem wir
uns um die Bewahrung unserer Denkmäler -nicht nur in ihrer physischen Erscheinung, sondern auch in ihrer
historischen, architektonisch-künstlerischen und vor allem religiösen Bedeutung kümmern, versichern wir
uns unserer Identität, unserer Gesellschaft. Wir kultivieren damit eine Kontinuität bis zu den Wurzeln
unserer gemeinsamen Herkunft und legen zugleich den ideellen Grundstein für genau den Gemeinsinn, ohne
dessen Pflege eine Gesellschaft kaum bestehen oder gar überleben kann.
Genau diese Haltung zeichnete die Menschen um Alfons Kirchenmaier aus, die sich nach dem Zweiten
Weltkrieg in der „Stiftung der Freunde der Schlosskirche Pforzheim“ versammelten, um mit größter Tatkraft
den Wiederaufbau ihres „steinernen Geschichtsbuches“ anzugehen. Und diese vorbildliche Tatkraft ist
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wiederum der Grund dafür, dass wir uns hier und heute versammeln. Der damalige Oberbürgermeister
Friedrich Katz formulierte es bei der Gründungsversammlung der Stiftung so: "Wir müssen, um unserer
Stadt ihre geschichtliche Note einigermaßen wiederzugeben, an die Vergangenheit anschließen, wir müssen
auf der Tradition aufbauen. Das schönste, wertvollste und älteste Denkmal unserer Stadt war die
Schlosskirche. Sie zu erhalten und für die kommenden Generationen wieder aufzubauen, ist eine unserer
schönsten Aufgaben.“[Zitatende]
Wenn ich in diesem Zusammenhang eine Frage an Sie, Frau Pfarrerin, oder an das Stadtarchiv richten darf:
In meiner Familie geht die Erzählung um, dass mein Großvater, Markgraf Berthold, das Bauholz für den
Wiederaufbau des Kirchendachstuhls gestiftet habe. Ich habe bisher für diese Geschichte noch keine
Bestätigung gefunden. Wenn Sie hier in Pforzheim diesbezüglich mehr wissen sollten, wäre ich Ihnen für
eine Nachricht sehr dankbar.
Lassen Sie mich einige Gedanken auch zum diesjährigen Reformationsjubiläum verlieren:
nicht nur, weil es sich um ein bedeutendes Ereignis handelte, durch das das neuzeitliche Europa in seinen
Grundfesten erschüttert wurde. Sondern vielmehr, weil Luther und die mit ihm unmittelbar verbundene
Reformation gerade heute aktuellen politisch und gesellschaftlich nutzbaren Denkstoff liefert. Indem wir uns
mit der Reformation beschäftigen, können wir Handlungsspielräume produktiv durchdenken; mit anderen
Worten: Wir können uns fragen, an welchen Stellen in unserer Gesellschaft, in welchen Feldern und
Bereichen müssen wir, wie die damaligen Reformatoren, entsprechende Energie und Tatkraft aufbringen, um
Dinge ins Lot zu bringen, um als falsch erkannte Maßnahmen zu korrigieren, um Irrwege zu verlassen, kurz,
um zu reformieren?
Als Markgraf Karl II. die Reformation in seinem Landesteil einführte, war das ein zwar überlegter, aber
dennoch mutiger Schritt. Weite Teile der Markgrafschaft befanden sich in der südlichen Rheinebene,
umkränzt von Ländereien der fast übermächtigen katholischen Habsburger. Er dürfte sich darüber im Klaren
gewesen sein: Für ein jetzt protestantisches badisches Fürstenhaus - die Vettern in Baden-Baden blieben
katholisch und zwar bis zu ihrem Aussterben - waren die ertragreichen Pfründe und Verwaltungsposten
unerreichbar. Denn Protestant zu sein, war für die Habsburger ein Ausschlusskriterium! Wenn Karl den
Reformationsschritt dennoch ging, muss der Wunsch nach Reformation sowohl bei ihm als auch bei der
Bevölkerung stark gewesen sein.
Im Übrigen kann ich die Situation meines Vorfahren in der Frühzeit der Reformation durchaus
nachempfinden. Allerdings nur im kleinen Maßstab, im Mikrokosmos am Bodensee. Ich bin ja als Protestant
in Salem geboren und aufgewachsen, weite Teile am Bodensee sind aber katholisch. Das Salemer Münster
gehört den Katholiken, während wir Protestanten, geradezu eine Exklave, uns zum Gottesdienst im
vergleichsweise winzigen Salemer Betsaal versammeln. Aber selbst in der Familie spiegeln sich
reformatorische Konsequenzen und konfessionelle Trennlinien wider:
Meine Mutter ist eine katholische Habsburg, meine Großmutter ist griechisch-orthodox, meine zweifache
Urgroßmutter ist russisch-orthodox, meine Frau und meine Kinder sind Protestanten (und werden es auch
hoffentlich bleiben).
Jedenfalls bin ich auf meinen in Pforzheim geborenen Ahnen, der die Reformation in Baden eingeführt hat,
auf den Markgrafen Karl, stolz, und ich bin überzeugt, dass dieser Schritt der richtige war. Nicht zuletzt, weil
die so weitreichenden geistesgeschichtlichen Anstöße der Reformation auf vielen Feldern sozialen,
politischen und theologischen Gewinn bedeuteten.
Aber was sagt uns diese Erzählung heute? Wir verwenden den Begriff „Reformation“ ausschließlich im
konfessionell-historischen Kontext, aber „Reformen“ werden doch heutzutage überall und in jedem
gesellschaftlichen Zusammenhang angemahnt: Sei es im Bildungssystem, um gleich eines der wichtigsten
Felder anzusprechen, sei es im Asylzusammenhang, im Gesundheitssystem, sei es in der Rentendiskussion
oder in der Bundeswehr; Parlamente sollen reformiert werden, das Parteiensystem sei reformbedürftig und
ja, auch die evangelische Kirche, und so weiter und so fort. Es hat inzwischen den Anschein, dass es deutlich
mehr Bereiche in unserer Gesellschaft gibt, die reformiert werden müssten, als solche, mit deren Zustand wir
zufrieden wären. Es sei dahin gestellt, inwieweit diese Wahrnehmung tatsächlich realistisch ist. Aber allein
der Anschein ist ein so kräftiges Symptom der Unzufriedenheit, dass wir als Gesellschaft offenkundig
dringend über unsere Bücher müssen.
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Während wir also in diesem Jahr 500 Jahre Reformation feiern - feiern dürfen und sollen -, müssen wir
gleichzeitig wachsam sein und dürfen die Augen nicht verschließen: Unser so schönes Land wird Tag für
Tag, Woche für Woche weiter zersiedelt, Städte werden immer noch unsensibel mit kaum anzuschauenden
Bauten „verschönt“, Dörfer und Weiler werden urbanisiert und zu Schlafplätzen für Pendler umgewandelt,
die Medienlandschaft schüttet uns immer noch zunehmend, man sollte es kaum glauben, mit unerträglichem
Müll zu. Immer wenn man den Eindruck hat, eine unterste Niveaugrenze sei jetzt endlich erreicht, wird man
tags darauf eines Schlechteren belehrt.
Möchte man für diese ganzen Phänomene Schlagworte finden, so drängen sich allseits bekannte und längst
vorgelegte Begriffe auf wie „Niveauverlust“, „Verflachung“, „Anspruchslosigkeit“, „Maßlosigkeit“ oder,
wenn auch inzwischen bis zum Überdruss verwendet, „Werteverfall“. Aber haben wir diese Phänomene
einmal begrifflich erfasst, dann können wir dagegen angehen, wir können uns wehren, wir können unsere
ganz eigene „Reformation“ beginnen. Und gerade in dieser Situation ist auch unsere Kirche gefragt, denn
welche Institution kann die notwendigen gesellschaftlichen Reformen und Reformationen humaner begleiten
als die Kirche. Wir sind also alle gefordert!
Und wie fangen wir an? Als Markgraf Karl die Reformation in seinem Landesteil einführte war Martin
Luther gerade zehn Jahre tot. Ohne Luther und dessen theologisch-praktische Überzeugungskraft wäre Karl
sicherlich nicht protestantisch geworden. Und ohne den Markgrafen wären wohl viele der heute sich hier
Versammelten nicht evangelisch. Nehmen wir uns also Luther zum Vorbild: Fröhlich, wortgewaltig,
offenherzig, gastfreundlich und vor allem mit Gottvertrauen! Das sind die Grundeigenschaften, um zu
überzeugen und das Richtige in die Welt zu tragen. Daran sollte sich die Kirche ausrichten, so kann sie
zuversichtlich in die Zukunft blicken und ihren Mitgliedern Vertrauen vermitteln.
Zukunft ist wiederum das richtige Stichwort, wenn ich meine Schirmherrschaft über die Reorganisation der
Pforzheimer Steinmeyer-Orgel erwähnen darf. Es freut mich sehr, dass hierfür, wie mir Frau Reisner-Baral
mitgeteilt hat, einige der renommiertesten Orgelbauwerkstätten gewonnen werden konnten und bin jetzt
schon auf den alten - oder neuen? - Vielklang gespannt. Vielen Dank für Ihr aller Engagement und auf ein
gutes Gelingen!
Ich komme zum Schluss: Es ist natürlich kein Zufall, dass wir in fünf Tagen, am 29. September, den Festtag
des Schutzpatrons der Schlosskirche feiern. Es ist der Michaelistag und Michael als mächtigstem Erzengel
kommt ohne Zweifel eine ganz besondere Bedeutung zu: Er zwingt das Böse in die Knie und verhilft dem
Guten und der Gerechtigkeit zum Sieg. Er ist der Garant dafür, dass eine betrübliche Gegenwart einer frohen
Zukunft weichen muss. Dabei ist der Erzengel keine Gestalt der Trennung, nein, er verbindet: Michael wird
nicht nur im Christentum, sondern auch im Judentum und im Islam verehrt.
Dass unser Jubiläum und der Festtag des Bezwingers des Bösen zeitlich fast zusammenfallen, soll uns
deshalb als Zeichen der Hoffnung, als Signal der Zuversicht und einer guten Zukunft dienen. Der Erzengel
Michael vermittelt uns die alle Konfessionslinien überschreitende Botschaft, dass das Gute das Böse
überwinden wird. Ist das nicht wunderbar, dass sich der mächtigste aller Erzengel gerade die Pforzheimer
Schlosskirche als Heimat gewählt hat?
 
S.K.H. Bernhard Prinz von Baden
22. September 2017
 
 
Quelle: Ev. Michaelsgemeinde